Vorsorgeuntersuchungen

Zahlreichen Erkrankungen des Magen-Darmtraktes kann durch einfache Maßnahmen wie ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung vorgebeugt werden. Durch rechtzeitige Vorsorgeuntersuchungen können mögliche Erkrankungen bereits in frühen Stadien erkannt und behandelt werden.

Als „Goldstandard“ in der Darmkrebsvorsorge gilt die Darmspiegelung (Coloskopie), da Veränderungen im Darm wie etwa Polypen frühzeitig entdeckt und in den meisten Fällen bereits im Rahmen der Coloskopie entfernt werden können.

Risikofaktoren und Warnsignale

Warum Darmkrebs entsteht, ist heute noch nicht vollständig geklärt. Es gibt allerdings einige Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen.

Risikofaktoren sind:

  • Alter über 50 Jahre
  • Ernährung mit ballaststoffarmer, fettreicher Kost
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa)
  • Darmpolypen (auch Adenome genannt)
  • Fälle von Darmkrebs in der Familie/erbliche Veranlagung
  • Übergewicht und wenig Bewegung
  • Diabetes Typ 2 und Insulinbehandlung
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum in größeren Mengen

Warnsignale sind:

  • Blut am oder im Stuhl
  • Anhaltender Durchfall
  • Plötzlich auftretende Verstopfung
  • Wechsel von Durchfall und Verstopfung
  • Bauchkrämpfe, die länger als eine Woche andauern
  • Blutarmut und Blässe

Wann zur Darmspiegelung?

Grundsätzlich sollte um das 40. Lebensjahr ein Gespräch mit dem Hausarzt bzw. der Hausärztin stattfinden, bei dem die Darmkrebsvorsorge und eventuelle Risikofaktoren besprochen werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird – abhängig von der individuellen Geschichte – die geeignete Vorsorgemaßnahme empfehlen.

Ist bei Eltern, Geschwistern oder Kindern eine Darmkrebserkrankung oder vor dem 50. Lebensjahr ein Darmpolyp aufgetreten, so besteht für Sie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Die Vorsorge-Darmspiegelung sollte jedenfalls zehn Jahre vor dem Alter der Krankheitsdiagnose des Familienmitglieds, spätestens jedoch mit 50 Jahren erfolgen.

Der Occult-Test ist neben der Darmspiegelung eine weitere Maßnahme der Darmkrebsfrüherkennung. Beim Stuhltest wird im Labor nach „okkultem“, d.h. verborgenem Blut gesucht, das von harmlosen Ursachen wie z.B. Zahnfleischbluten oder einer Magenschleimhautentzündung, aber auch von Polypen und Tumoren stammen kann.

Die Rolle von Darmpolypen

In den meisten Fällen ist der Darmpolyp eine Vorstufe des Darmkrebses. Grundsätzlich ist der zunächst gutartige Polyp „nur“ eine krankhafte Zellvermehrung in der Darmschleimhaut. Im Laufe der Jahre kann der Polyp jedoch unkontrolliert zu wachsen beginnen und sich zu einer bösartigen Geschwulst entwickeln.

Im Rahmen der Darmspiegelung können verdächtige Polypen meist schmerzfrei abgetragen und im Anschluss mikroskopisch untersucht werden.

Die endoskopische Untersuchung

Dank moderner Endoskope und effektiver Prämedikation hat sich das Erleben der Darmspiegelung in den letzten zehn Jahren stark verändert und verbessert. Vor der Untersuchung erhält der Patient bzw. die Patientin auf Wunsch ein schmerzstillendes und beruhigendes Medikament.

Darmspiegelungen sind Untersuchungen, die unsere Ärzte und Ärztinnen und Endoskopiemitarbeiter und -mitarbeiterinnen täglich mit viel Achtsamkeit und Diskretion gegenüber den Patienten und Patientinnen durchführen.

Vorbereitung auf die Darmspiegelung

Bevor der Darm mithilfe eines über den After eingeführten Endoskops, das unter anderem mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera ausgestattet ist, untersucht wird, muss der Darm gründlich gereinigt werden. Vor der Untersuchung ist es deshalb notwendig, eine spezielle, abführend wirkende Spüllösung zu trinken. Nur wenn der Darm wirklich sauber ist, kann er optimal untersucht und die Schleimhaut gut beurteilt werden.